Gudrun Enders
13 Dec
13Dec

Mit Ungewöhnlichem und zugleich Hochprozentigem tritt Ueli Hagen vom «Seehof» wieder als Pionier auf. Nach Whisky und Absinth, bietet er nun Wodka aus dem Seebachtal an. Für die Ostschweiz wohl einmalig. 

HÜTTWILEN - «Bei Wodka denkt man an Kartoffeln und Russland», sagt Veli Hagen. «Aber tatsächlich ist es so, dass der meiste Wodka aus Getreide hergestellt wird. Weltweit sind Finnland und Frankreich die grössten Produzenten.» Auch Hagens Wodka wird aus Getreide - genauer aus Weizen - gebrannt. «In Osteuropa soll Hochprozentiges beim Trinken brennen», sagt Hagen. Doch ganz anders sein Wodka. «Der würde noch nicht einmal bei einem Alkoholgehalt von 60 Prozent in der Kehle brennen.» Das liege an der Behandlung des Getreides und daran wie destilliert werde. 


Ueli Hagen vom "Seehof" bietet neben Whikskey und Absinth neu auch Wodka aus dem Seebachtal an


Herstellung ähnlich wie bei Whiskey

Doch wie entsteht eigentlich Wodka? Zunächst müsse im Weizen die Stärke zu Zucker umgebaut werden, sagt Ha-gen. Die nötigen Enzyme bilden sich, wenn die Weizenkörner keimen. «Mäl-Dritte Generation«In meiner Familie sind nachweislich seit 1917 Schnapsbrenner tätig», sagt Ueli Hagen. Er ist die dritte Generation, die hinter dem Destillierapparat steht und die erste mit eigenen Erzeugnissen, die er als Selbstvermarkter verkauft. «Meine eigenen Produkte sind auch als Aushängeschild für meine Lohnbrennerei gedacht», sagt Ueli Hagen. (end.) www.distillerie-hagen.ch nennt sich das», sagt der Selbstvermarkter. «Der Prozess wird dann gestoppt und der Weizen wieder getrocknet.» Danach werde der Weizen erneut befeuchtet und für vier Stunden auf 74 Grad erhitzt. Diese Herstellungsweise vergleicht Hagen mit der von Whisky, doch da steht Gerste im Zentrum, jedenfalls bei dem «single malt Whisky», den er selbst produziert und verkauft. Doch Whisky lagert nach dem Brennen - respektive Destillieren - mindestens dreiJahre im Fass, wo er unter anderem seine Farbe erhält. Wodka dagegen kann nach dem Brennen abgefüllt werden.

Meist wird aber noch Aroma zugesetzt. «80 Prozent aller Wodkas sind aromati-siert», sagt Hagen, so auch seiner. Deshalb steht auf dem Ettikett nicht allein «Hagens best Wodka», sondern auch Citron in gelben Buchstaben daneben.Ähneln sich die Herstellungsweisen von Wodka und Whisky, tun es dagegen die Beweggründe, eine Flasche davonzu kaufen, nicht. «Whisky geniesst man oft pur. Da ist dann natürlich Qualität gefragt», sagt Hagen. Wodka dagegen wird meist in Cocktails oder Mischgetränke zugegeben. Ueli Hagen ist wich-tig, ein exklusives Sortiment anzubie-ten. Ein Rüeblischnaps gehört unter anderem dazu. Wer ins Seebachtal zu seinem «Seehof» hinausfährt, kann heimische Erzeugnisse degustieren.

Tag der offenen Tür: Samstag, 16. Dezember, 13 bis 17 Uhr, auf dem «Seehof» nahe Hüttwilen

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